Krankengeld

Krankengeld

Krankengeld kann von seiner Krankenkasse erhalten, wer durch eine Krankheit arbeitsunfähig wird und gleichzeitig auch mit Krankengeldanspruch bei seiner Krankenkasse versichert ist. Das gilt nicht nur für Arbeitnehmer: Auch Selbstständige können im Rahmen ihrer freiwilligen Versicherung mit Krankengeldanspruch versichert sein und damit bei Vorliegen der Voraussetzungen Krankengeld beziehen. Schon hier zeigt sich, dass die jeweils vorliegenden Voraussetzungen eine erhebliche Rolle bei der Beantwortung der Frage spielen, ob ein Anspruch auf Krankengeld besteht – ein pauschales Ja oder Nein kann es daher kaum geben.

Auch die Frage, ab wann Krankengeld gezahlt wird, sorgt bei dem einen oder anderen für Verwirrung. Denn eigentlich besteht schon ab dem Tag, an dem der Patient zur Behandlung ins Krankenhaus aufgenommen wird, Anspruch auf Krankengeld. Wird die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vom Hausarzt festgestellt, besteht der Krankengeldanspruch ab dem auf die Feststellung folgenden Tag. In der Praxis ist das jedoch meist ohne Belang, weil im Rahmen der Lohnfortzahlung ohnehin zunächst der Arbeitgeber in der Leistungspflicht ist. Von dieser Leistungspflicht gibt es allerdings Ausnahmen: Wer nämlich einen neuen Job antritt und in den ersten vier Wochen nach Arbeitsantritt erkrankt, für den braucht der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung zu leisten.

Krankengeld entspricht in der Höhe nicht dem zuvor erzielten Nettoeinkommen.

 

Da auch beim Krankengeld noch einiges abgezogen wird, bekommen Krankengeldbezieher weniger heraus als das letzte (voll vergütete) Nettomonatsgehalt.

Immerhin: Auch regelmäßige Überstunden werden berücksichtigt und erhöhen den Anspruch.

Diejenigen Anspruchsteller, deren Einkommen Schwankungen unterliegt, müssen ebenfalls Besonderheiten beachten.

 

Was vor der Auszahlung noch abgezogen wird: Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung. Für diese Sozialversicherungen nämlich besteht beim Krankengeld eine grundsätzliche Beitragspflicht. Anders die Krankenversicherung: Solange die Leistung bezogen wird, müssen für die gesetzliche Krankenversicherung keine Beiträge entrichtet werden.

Eine Besonderheit gilt hinsichtlich der Besteuerung von Krankengeldleistungen: Das Krankengeld selbst muss der Empfänger zwar nicht versteuern, doch die bezogenen Leistungen stehen unter dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass andere Einkünfte, die der Steuerpflicht unterliegen, möglicherweise höher besteuert werden.

Leistungsdauer für Krankengeld nicht unbegrenzt.

Krankengeld wird nicht zeitlich unbefristet ausbezahlt – es gilt eine sogenannte „Blockfrist“ . Die Blockfrist beginnt mit dem Tag, an dem eine bestimmte Erkrankung erstmals aufgetreten ist; sie besagt, dass innerhalb einer Zeit von drei Jahren 78 Wochen aufgrund derselben Krankheit maximal lang Krankengeld gezahlt wird. Von diesen 78 Wochen geht die Zeit der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber noch ab, sodass die Leistung tatsächlich nur 72 Wochen lang gewährt wird.

Auszahlung des Krankengeldes an Auszahlschein gebunden.

Wer seinen Anspruch geltend machen will, muss bei seiner Krankenkasse einen sogenannten Auszahlschein einreichen. Den bekommen Versicherte von ihrer Kasse zugeschickt, damit sie ihn von ihrem Arzt ausfüllen lassen. Der Arzt bestätigt damit die zuvor bestehende Arbeitsunfähigkeit und gegebenenfalls auch deren weiteres Fortbestehen. Der ausgefüllte Auszahlschein muss dann wieder an die Krankenkasse gesandt werden, die dann die Auszahlung veranlasst.

Wann ruht das Krankengeld?

Der Krankengeldanspruch ruht, wenn die Erkrankung zu keinem Einkommensverlust führt. Das ist etwa der Fall, wenn der Patient noch Lohnfortzahlung von seinem Arbeitgeber oder Lohnersatzleistungen erhält.

Achtung! Ein Ruhen des Anspruches auf Krankengeld kann auch dann eintreten, wenn der Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeit nicht fristgemäß mitgeteilt wurde oder der Patient während seiner Arbeitsunfähigkeit ohne Zustimmung der Krankenkasse eine Urlaubsreise antritt.

 

 

 

Meldung:

Krankengeld-Urteil des BSG: Krankengeldanspruch auch bei Krankschreibung am letzten Arbeitstag

 

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