Krankengeld beantragen

Krankengeld beantragen

Krankengeld beantragen, das allein ist schon ein irreführender Begriff. Denn wirklich beantragt wird Krankengeld nicht. Dennoch ist ein – in Deutschland nicht überraschendes – bürokratisches Prozedere notwendig, ehe das Krankengeld ausgezahlt wird.

 

Krankengeld beantragen, das bedeutet in der Praxis zumeist, dass seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit einige Wochen verstrichen sind. Denn sechs Wochen beträgt in der Regel die Zeit, während der der Arbeitgeber im Rahmen der Lohnfortzahlung das Gehalt weiter zahlt.

Gegen Ende dieses Zeitraums erhält der Arbeitgeber von der Krankenkasse ein Formular, das er ausfüllen und an die Kasse zurücksenden muss. Es handelt sich bei dem Vordruck um die Verdienstbescheinigung - und die Daten, die der Arbeitgeber einträgt, benötigt die Krankenkasse zur Berechnung des Krankengeldes.

Was müssen Versicherte tun, um Krankengeld zu beantragen?

Auch der Versicherte bekommt Post von seiner Krankenkasse, und zwar den sogenannten Auszahlschein. Den Auszahlschein muss der Patient von seinem Arzt ausfüllen lassen und anschließend wieder seiner Krankenkasse zusenden. Das ist eigentlich schon alles, was man als Versicherter tun muss, um sein Krankengeld zu beantragen. Allerdings wird die Krankenkasse dem Versicherten in der Regel auch einen Termin nennen, zu dem er mit dem Auszahlschein beim Arzt vorstellig werden soll.

 

Was steht drin im Auszahlschein?

Der Auszahlschein – mitunter auch Auszahlungsschein genannt – enthält zunächst die Angaben des Arztes über bisherige und weitere Arbeitsunfähigkeit.

Auch die Diagnose findet sich im Auszahlschein.

Sie kann wichtig werden, weil der Anspruch auf Krankengeld der Dauer nach begrenzt ist, wenn Versicherte in einem Dreijahres-Zeitraum lange Zeit wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig werden. Eventuelle Krankenhausaufenthalte werden ebenfalls in dem Vordruck erfasst.

Vom Versicherten selbst benötigt die Krankenkasse dann noch die Angaben zu weiteren Einkünften – etwa, ob der Patient Rentenleistungen bezieht. Auch die Bankverbindung muss noch eingetragen werden, damit das Krankengeld nach der Bewilligung auch an der richtigen Stelle ankommt.

Bis wann wird gezahlt, wenn das Krankengeld beantragt und bewilligt ist?

Krankengeld beantragen - mit dem AuszahlscheinEs gibt eine Besonderheit, die man beim Auszahlschein beachten sollte: Die Auszahlung erfolgt bis zum Ausstellungstag, nicht, wie man meinen könnte, bis zu dem Tag, für den der Arzt die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat.

Ausnahmen sind möglich, etwa wenn die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit am Wochenende endet. Generell jedoch zahlt die Krankenkasse nicht in die Zukunft.

Das wäre auch kaum praktikabel, da häufig die Wiederaufnahme der Arbeit vor dem Ablauf der bescheinigten Arbeitsunfähigkeitsdauer erfolgt. Da der Versicherte ab der Wiederaufnahme seiner Arbeit auch wieder ein Arbeitsentgelt bezieht, käme es bei Vorauszahlung automatisch zu einer Überzahlung des Krankengeldes. Die Rückforderung des zu viel gezahlten Krankengeldes wäre für die Krankenkassen mit einigem Aufwand verbunden, der bei einer rückwirkenden Zahlung bis zum Unterschriftsdatum des Auszahlscheines erst gar nicht anfallen kann.

Wenn die Genesung länger dauert…

Wer länger krankgeschrieben ist, erhält von seiner Krankenkasse einen neuen Auszahlschein, mit dem der Versicherte – nach einem weiteren Arztbesuch – auch für den Folgezeitraum Krankengeld beantragen kann.

 

 

 

Meldung:

Krankengeld-Urteil des BSG: Krankengeldanspruch auch bei Krankschreibung am letzten Arbeitstag

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