Krankenhaustagegeld

Krankenhaustagegeld

Krankenhaustagegeld zählt zu den Leistungen der privaten Krankenzusatzversicherungen. Es wird gezahlt, wenn eine stationäre Heilbehandlung im Krankenhaus erfolgt. Gegner der Krankenhaustagegeldversicherung argumentieren oft, dass Verdiensteinbußen durch Krankheit bei Angestellten schon durch das Krankengeld aufgefangen würden und schon deshalb ein Krankenhaustagegeld nicht nötig sei – doch das ist nur zum Teil richtig.

 

Ob Krankenhaustagegeld eine Leistung ist, die man bei einem Krankenhausaufenthalt erhalten möchte oder nicht, das ist eine Frage, die letztlich natürlich jeder für sich selbst beantworten muss. Tatsache ist, dass das oft gehörte Argument, für Angestellte gleiche schon das Krankengeld der Krankenkasse etwaige Verdienstausfälle aus, nicht völlig der Wahrheit entspricht. Denn die Krankengeld-Leistung der Krankenkasse ist durch gesetzliche Vorgaben begrenzt: Mehr als 70 % des Bruttoeinkommens und keinesfalls mehr als 90 % des Nettoeinkommens sind von der gesetzlichen Krankenkasse nicht zu erwarten, wenn die Arbeitgeber-Lohnfortzahlung ausläuft. Hinzu kommt, dass das Krankentagegeld zwar steuerfrei ist – wenn auch unter Progressionsvorbehalt -, aber dennoch Abgaben an die Sozialversicherung zu leisten sind. So können sich entgegen den Statements von Krankenhaustagegeld-Gegnern durchaus erhebliche Einbußen gegenüber dem gewohnten Nettoeinkommen ergeben.

 

Krankenhaustagegeld fängt Mehrkosten auf.

Das Krankenhaustagegeld ist eine Möglichkeit, solche Finanzlücken bei einem Krankenhaustagegeld zu füllen. Zumal mit dem Krankenhaustagegeld auch zusätzliche Kosten, die bei einem Krankenhausaufenthalt nun einmal anfallen, aufgefangen werden können. Das fängt schon bei den 10 Euro an, die jeder Tag im

 

Krankenhaus an Zuzahlung kostet, wenn der Patient volljährig ist und nicht schon seine 28 Tage maximaler Zuzahlungsdauer voll hat (oder einen anderen Grund vorweisen kann, der einer Zuzahlung entgegensteht – etwa eine stationäre Entbindung). Telefon im Krankenhaus kostet meist extra, für den Fernseher können zusätzliche Kosten entstehen, für die Verwandten entstehen Fahrtkosten, Cafeteria, Bücher und Zeitschriften gibt es ebenfalls nicht umsonst. Alleinerziehende müssen in der Zeit ihres Klinikaufenthaltes möglicherweise eine Hilfskraft bezahlen, um die Betreuung des Kindes sicherzustellen. All das sind Ausgaben, die mit einem Krankenhaustagegeld abgedeckt werden können. Also eigentlich eine feine Sache, möchte man meinen. Dennoch – es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden sollten beim Krankenhaustagegeld.

 

Beim Krankenhaustagegeld auf Feinheiten achten.

Die weitaus umfangreichere – allerdings auch teurere – Absicherung besteht in einem Krankentagegeld – für dessen Zahlung ist nämlich kein Krankenhausaufenthalt notwendig. Da aber auch weniger gravierende Erkrankungen die Zahlung auslösen können und es demzufolge bei den Versicherern erheblich höhere Kosten verursacht, sind natürlich auch die Beiträge erheblich höher als für eine Police, die lediglich das Krankenhaustagegeld absichert. Und es gibt noch weitere Unterschiede.

So sollte man darauf achten, ob es sich um einen Krankenhaustagegeld-Tarif im Rahmen der privaten Krankenversicherung handelt oder um die Leistungsart einer Unfallversicherung – bei letzterer wird die Leistung nur dann fällig, wenn der Krankenhausaufenthalt durch einen Unfall herbeigeführt wurde. Das nutzt dem Unfall-Versicherten wenig, wenn er wegen einer Erkrankung stationär behandelt werden muss.

Hier liegt auch der Grund, wieso häufig die Rede davon ist, die Beiträge für eine Krankenhaustagegeld-Versicherung seien nicht altersabhängig – das sind sie in der Regel durchaus, wenn nämlich das Krankenhaustagegeld als Krankenzusatzversicherung abgeschlossen wird. In der Unfallversicherung dagegen erfolgt zumeist lediglich eine Einteilung in Risikogruppen, wobei das exakte Alter des Versicherten nur selten eine Rolle spielt.

 

Was ist beim Krankenhaustagegeld sonst noch interessant zu wissen?

Vor allem: Es ist nicht zweckgebunden und auch einen Kostennachweis braucht der Versicherte in der Regel nicht zu führen. Er erhält den bei Vertragsschluss vereinbarten Tagessatz und ist völlig frei in der Entscheidung, ob er sich von seinem Krankenhaustagegeld den Klinikaufenthalt angenehmer gestaltet oder nach der Entlassung aus der Klinik vom Krankenhaustagegeld in Urlaub fährt.

 

Fallen beim Krankenhaustagegeld Steuern an?

Nein. Die Auszahlung des Krankenhaustagegeldes durch die privaten Krankenversicherer erfolgt steuerfrei.

 

 

 

Meldung:

Krankengeld-Urteil des BSG: Krankengeldanspruch auch bei Krankschreibung am letzten Arbeitstag

 

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